Ursachen und anatomische Grundlagen

Trotz der erheblichen Größe des menschlichen Körpers bestehen die Nervenbahnen auf der Strecke vom Gehirn bis in die Gliedmaßen nur aus 2 Zellen, eine im Gehirn und eine im Rückenmark. Durch die Schädigung der Nervenzellen im Gehirn (erstes Motoneuron, first motoneuron disease) kann es zur Entwicklung einer Spastik kommen. Spastiken können sowohl angeboren sein (z.B. infantile Zerebralparese) als auch erst im späteren Leben entstehen, z.B. nach Schlaganfällen oder schweren Kopfveretzungen (Schädel-Hirn-Traumata).

Symptome

Spastiken sind durch unwillkürlich verkrampfte Muskeln gekennzeichnet. Sie können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und auch im Tagesverlauf vom Schweregrad her schwanken. An den Armen zeigt sich typischerweise eine angelegte Schulter, Beugung im Ellenbogen und Beugung im Handgelenk. Die Hände können sehr unterschiedliche Formen zeigen.

Behandlung

Spastiken werden grundsätzlich zunächst konservativ (ohne Operation) behandelt, der erste Ansprechpartner für die Therapie ist ein Facharzt für Neurologie und ein Physio- oder Ergotherapeut. Häufig werden neben Medikamenten auch Botoxspritzen verabreicht. Dadurch kann die Muskelspannung (Tonus) für einige Wochen vermindert werden. Der Effekt ist jedoch vorübergehend, sodass die Muskelspannung nach Abklingen der Spritze wieder zunimmt.
Die chirurgische Behandlung von Spastiken ist kompliziert und sollte nur durch erfahrene Chirurgen durchgeführt werden. In Frage kommen dabei verschiendene Operationsverfahrne, die häufig miteinander kombiniert werden:

  • Sehnenverlängerungen
  • Sehnenumlagerungen
  • Sehnendurchtrenunngen
  • Gelenkösungen
  • Gelenkversteifungen
  • Hyperselektive Neurektomien

Hyperselekive Neurektomie

Ein neues Verfahren zur Verminderung der Spastik ist die hyperselektive Neurektomie. Dabei wird sehr gezielt ein Großteil der Nervenäste, die in einen spastischen Muskel verlaufen, durchtrennt. Dadurch vermindert sich die unwillkürliche Spannung (Tonus) des Muskels, ohne dass es zu einer schlaffen Lähmung kommt. Da die Nervenäste bis in die letzten Aufzweigungen dargestellt werden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es zu ungewollten Beeinträchtigungen wie z.B. Gefühlsstörungen kommt. Die hyperselektive Neurektomie wird meist mit anderen Verfahren wie Sehnenverlängerungen, Sehnenumlagerungen oder auch Gelenkoperationen kombiniert.