Nicht immer führen orthopädische Operationen wie z.B. der Einbau einer Gelenkprothese zu Beschwerdefreiheit. Trotz sehr guter Röntgenbilder leiden einige Patienten auch nach der Operation noch unter Schmerzen, für die keine orthopädische Ursache gefunden werden kann. In vielen Fällen können jedoch durch nervenchirurgische Operationen Schmerzen zumindest deutlich gebessert werden.

verletzter Hautnerv unterhalb des Kniegelenks

Verletzung von Hautnerven bei Orthopädischen Operationen

In vielen Fällen sind im Rahmen der orthopädischen Operationen verletzte Nerven die Ursache für anhaltende Beschwerden. Diese verletzten Nerven können sehr empfindliche Nervenenden (Neurome) entwickeln, durch die bereits kleinste Berührungen der Haut zu unerträglichen Missempfindungen oder Schmerzen führen. Ein typisches Beispiel ist ein kleiner Hautnerv unterhalb der Kniescheibe, der bei vielen Knieoperationen verletzt wird. Diese Nervenäste sind häufig sehr klein und in vielen Anatomiebüchern nicht erwähnt. Deshalb sind sie auch vielen Chirurgen und Orthopäden nicht bekannt.

Nervenultraschall zur Darstellung von verletzten Nerven

Wenn trotz genauer orthopädischer Untersuchung keine Ursache für anhaltende Schmerzen gefunden wird, kann ein hochauflösender Nervenultraschall sinnvoll sein. Mit dieser Untersuchung können verletzte Nerven und empfindliche Neurome von Spezialisten gefunden und markiert werden. Zur Behandlung stehen verschiedene nervenchirurgische Möglichkeiten zur Verfügung, z.B. die Verlagerung des Nervenendes in einen Muskel oder die Transplantation einer Muskelmanschette (regenerative peripheral nerve interface, RPNI). Ein weiteres modernes Verfahren ist die Transplantation eines Spendernerven.

Denervation von Gelenken

Auch wenn kein Neurom oder verletzter Nerv gefunden wird, kann durch eine mikrochirurgische Schmerznervendurchtrennung (Denervation) häufig eine Besserung der Schmerzhaftigkeit erreicht werden. Ob eine Denervation sinnvoll ist, kann durch eine vorübergehende Betäubung der Nerven durch eine gezielte Spritze (Probeblockade) überprüft werden. Führt die Probeblockade zu einer deutlichen Verminderung der Schmerzen, so sind die Chancen gut, durch eine Denervation eine dauerhafte Schmerzreduktion zu erreichen.